17-26.10.2019

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Wettbewerb: Eine Welt

OUR SONG TO WAR
MENSCHENRECHTE
Juanita Onzaga , 2018, Kolumbien/Belgien, 15ˈ, OmeU

Der dokumentarische Kurzfilm erzählt die Geschichte der Bewohner des kolumbianischen Dorfes Bojayá, die noch immer unter dem Einfluss eines Massakers stehen, bei dem im Jahr 2002 im Zuge des bewaffneten Konfliktes in Kolumbien mehr als 100 Menschen getötet wurden. Kinder und Erwachsene erzählen von den Folgen dieses Erlebnisses, von Verwandten, die sie verloren haben und von Geschichten aus dem Dorf. Dabei sind der Fluss und die wilde, alles überwuchernde Natur omnipräsent. Im Mittelpunkt steht die Frage, was nach dem Ende des Krieges noch vom Leben bleibt. Die Dorfbewohner versuchen, das Erlebte beim Todesritual „Novenario“ zu verarbeiten. Ihre Realität ist durchwebt von archaischen Vorstellungen und dem Glauben an ein Leben nach dem Tod. Sie möchten Frieden schließen mit den Opfern des Kriegs, aber auch mit sich selbst und ihren eigenen, unfassbaren Erinnerungen.

Der kolumbianisch-belgischen Regisseurin Juanita Onzaga gelingt es, diese Spannung zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Krieg und Frieden, allein mittels der Geschichten der Dorfbewohner und besonders der Kinder auf die Leinwand zu bringen.


LA HERENCIA DEL VIENTO
NACHHALTIGE LANDWIRTSCHAFT
Alejandra Retana, César Camacho, César Hernández,2019, Mexiko, 17ˈ, OmeU

Juan Zúñiga, Landwirt mit viel Leidenschaft im Norden Mexikos, ist seit über 40 Jahren im Landbau tätig und hegt eine innige Beziehung zu seinen Pflanzen. In dem Kurzfilm wird auf rührende Art und Weise deutlich, mit wie viel Sorgfalt und Zuwendung sich Juan um seine Pflanzen kümmert. Seine Pflanzen sind wie Kinder, die man mit viel Liebe großziehen muss, sagt er selbst. Diese Einstellung und die Dankbarkeit für das, was er gelernt hat, gibt Juan an seine Angestellten, die Gemeinde, seinen Familien- und Bekanntenkreis und natürlich auch an das Filmpublikum weiter. Ein Plädoyer für mehr Einheit zwischen Mensch und Natur.

WANN: 18.10.2019 – 18:00
WO: Schaubühne Lindenfels 


REFUGIADOS DO DESENVOLVIMENTO
MIGRATION UND NACHHALTIGE ENTWICKLUNG
Fabio Nascimento,2017, Brasilien, 8ˈ, OmeU

Der Dokumentarfilm verleiht denjenigen eine Stimme, die aus dem wirtschaftlichen Fortschritt keinen Nutzen ziehen können – den sogenannten Entwicklungsflüchtlingen. Brasilien ist wie viele Länder Lateinamerikas eine Quelle für Gold und Silber, Öl, Eisen, Kupfer, Fleisch, Früchte, Kaffee und andere Rohstoffe. Allerdings profitieren nur wenige von diesem Reichtum an Ressourcen und das auf Kosten der restlichen Bevölkerung. Das reichste 1 Prozent der Brasilianer verdient fast hundertmal mehr als die ärmsten 10 Prozent, zusätzlich sind 13 Millionen Brasilianer Analphabeten. Fábio Nascimento lässt die Betroffenen zu Wort kommen – und nicht nur die Stimmen aus dem Off lassen uns an ihren Sorgen und Ängsten teilhaben, auch die Bilder selbst erzählen ihre ergreifenden Geschichten.

RECOLECTANDO UN MUNDO MEJOR
NACHHALTIGER KONSUM
Juan Barreda Ruíz, Ana Mary Ramos , 2017, Mexiko, 12ˈ, OmeU

Weltweit stellt das tägliche Wegwerfen und das Verschwenden von Lebensmitteln ein immenses Problem dar.

Die mexikanischen Regisseure Ana Mary Ramos und Juan Manuel Barreda Ruíz, der schon mehrere Dokumentarfilme für die UNO und die UNESCO gedreht hat, zeigen in diesem Kurzfilm, wie eine Gruppe aus verschiedenen Personen und Organisationen versucht, mit diversen Aktionen dieser dramatischen Verschwendung von Nahrungsmitteln entgegenzuwirken.


ORO BLANCO
NACHHALTIGE WIRTSCHAFT
Gisela Carbajal Rodríguez, 2018, Argentinien/Deutschland, 23ˈ, OmeU

In den Salzwüsten im Nordwesten Argentiniens ist eines der größten Lithiumvorkommen der Welt zu finden. Internationale Konzerne bauen dort dieses „weiße Gold“, dieses „Oro blanco“, ab, das heutzutage immer mehr Anwendung in der weltweiten Industrie findet. Sie stehlen dabei den Einheimischen das Grundwasser, das diese für die Lama-Zucht und den traditionellen Salzabbau unbedingt benötigen.

Der Regisseurin Gisela Carbajal Rodríguez gelingt es, diese Thematik mit wunderbaren Bildern und voller Poesie, aber auch politischem Gehalt, auf die Leinwand zu bringen. Sie zeigt, dass die indigene Bevölkerung bereits sehr aktiv gegen die Landenteignung, die Zerstörung der Natur und die damit einhergehende Vernichtung ihrer Lebensgrundlage vorgeht.

Die Weltpremiere dieses dokumentarischen Kurzfilms fand 2018 auf dem DOK-Festival in Leipzig statt.


EL ARCA EN RUEDAS
UMWELT
Juan Barreda Ruíz, Ana Mary Ramos , 2018, Mexiko, 16ˈ, OmeU

Für die Bewohner der kleinen Stadt Cholula ist das Fahrrad das praktischste und am meisten genutzte Transportmittel. Es stellt dort ein Gegenmodell zur Nutzung des Autos als primäres Transportmittel dar.


SECOS (Außer Konkurrenz)
UMWELT
Galut Alarcón, Chamila Rodríguez, 2016, Chile, 15ˈ, OmeU

Chile ist das einzige Land der Welt mit einer privatisierten Trinkwasserversorgung, was zu Wasserknappheit für einen Großteil der Bevölkerung führt.


NAHUI OLLIN, SOL DE MOVIMIENTO
KLIMAWANDEL
Carlos Armella, Antonino Isordia, Michelle Ibaven, Gustavo M. Ballesté, Eleonora Isunza, Teresa Camou, Sergio Blanco, Roberto Olivares, 2017, Mexiko, 100ˈ, OmeU

Nahui Ollin, sol de movimiento befasst sich aus der Sicht von acht mexikanischen Filmemachern mit der Frage, wie die globale Erwärmung die Ökosysteme und das Leben der Menschen in den verschiedenen Regionen des Landes verändert. Der Dokumentarfilm wirft einen kurzen Blick auf die Überbevölkerung und Umweltverschmutzung in Mexiko-Stadt, zeigt, wie starke Niederschläge die Ernte in Tabasco gefährden und macht auf den verantwortungslosen Fischfang in Baja California Sur, Dürren in Sonora, ungewisse Regenfälle in Oaxaca und extreme Minusgrade in Chihuahua aufmerksam. Neben beeindruckenden Filmaufnahmen funktioniert der Film durch die persönlichen Geschichten der Bewohner, in denen die Sorgen und Ängste zum Ausdruck kommen, die mit den durch den Klimawandel  verursachten Veränderungen in ihrer Heimat einhergehen. Der Film regt zum Nachdenken an – und das in erster Linie durch Filmästhetik und persönliche Geschichten als durch auktoriale Erzählpassagen.

WANN: 18.10.2019 – 18:00
WO: Schaubühne Lindenfels 


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Programm 2019