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BOSQUECITO (VORFILM) A ÚLTIMA FLORESTA

BOSQUECITO
Paulina Muratore, 2020, Argentinien, 9ˈ, OmeU

Der animierte Kurzfilm BOSQUECITO (dt: Wäldchen) der Argentinierin Paulina Muratore begleitet über Jahre hinweg die Beziehung der Protagonistin Mizu (jap.: Wasser) zu einem Baum, den sie regelmäßig besucht und gießt. Schließlich überlebt Mizu, dank des Baumes, eine Überflutung des Waldes. Inspiriert von dem Instrumental “Bosquecito” des Musikers Rodrigo Carazo entstand die Geschichte rund um Mizu, welche an Figuren aus Studio Ghibli Filmen erinnert. Die musikalische Begleitung symbolisiert die Kommunikation zwischen Mizu und dem Wald: Eine Flöte ist zu hören, wenn der Wald “spricht”, Töne eines Pianos verkörpern Mizu. Bei einer Verbindung der beiden spielen die beiden Instrumente auch gemeinsam. Angesichts besorgniserregender Nachrichten von Flutkatastrophen in Folge der Abholzung von Wäldern, wie in der argentinischen Landschaft Las Sierras Chicas de Córdoba, zeigt der Film hohe ökologische und soziale Relevanz. Nicht der Regen sei das Problem, sondern die Abholzung und dadurch die Menschen selbst, die Katastrophen oft erst als solche wahrnehmen, wenn es bereits zu spät ist.

A ÚLTIMA FLORESTA
Luiz Bolognesi, 2021, Brasilien, 72ˈ, OmeU

A ÚLTIMA FLORESTA – ein Dokumentarfilm, welcher uns an die Grenze zwischen Brasilien und Venezuela mitnimmt, um uns die Lebensrealität der Yanomami vorzustellen. Dabei wechselt das dritte filmische Werk des Anthropologen und Filmemachers Luiz Bolognesi zwischen alltäglichen Aufnahmen und inszenierten Sequenzen. Diese sind in Zusammenarbeit mit dem bekannten Sprecher und Schamanen Davi Kopenawa entstanden und verbildlichen die Ursprungsmythen der Yanomami und ihre Verbundenheit zur Natur. Die Erzählungen der Yanomani werden verknüpft mit dem Amtseintritt Jair Bolsonaros 2019 und einem An¬sturm von Goldsucher*innen, die seither eine vermehrte Umweltverschmutzung und -zerstörung nach sich ziehen. Im Film werden weite kraftvolle Bilder, u.a. durch Drohnenaufnahmen, untermalt von angenehm raffinierter Musik, im Wechsel mit Detailaufnahmen aus dem Alltag und Interviews verschiedener Vertre¬ter*innen gezeigt. Durch tiefgreifende Einblicke in das Leben der Yanomami und damit in den Kampf um ihren Lebensraum, beleuchtet diese spannende Erzählweise die oft marginalisierte Perspektive einer indi¬genen Gemeinschaft.

21.10.2021
21:15

Schaubühne Lindenfels